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Kosslauer Mühle - kurze Geschichte

24. 3. 2017

Kosslauer Mühle gehörte unter neun ähnlichen Objekte an, die im kosslauer Pfarrsprengel standen. Sie befand sich ca. 1 ¾ km in der Luftlinie südöstlich des Dorfes. Das Wasser wurde zu ihr durch einen etwa 600 m langen Wassergraben getrieben, der aus dem Fluß Schnella abbog und der in den Buchauerbach unmittelbar vor seiner Mündung in Schnella mündete. Außerdem konnte die Mühle Wasser von einem Teich beziehen, der bis heute nördlich liegt und von welchem zur Mühle ein etwa 140 m langer Wassegraben führte.

            Bisher disponieren wir mit keiner Abbildung oder Aufnahme der Mühle. Zur Verfügung steht uns nur ein flächenhaftes Abbildund des Stabilkatasters (1841) oder der Indikationsskizze (etwa 1844). Das Gebäudekomplex der Mühle bestand damals aus mehreren Gebäuden. Das aus Stein aufgebaute Hauptgebäude stand südlich vom Zusammenfluß der beiden Wassergräben (vom Süden floß das Wasser vom Schnella-Fluß zu, vom Norden durch einen Wassergraben vom Teich. Nach dem Zusammenfluß führte der Wassergraben in ca nord-östlichen Richtung knapp zwischen zwei Gebäuden entlang. Das Hauptgebäude hatte einen Grundriss, der ein wenig schwiereg zum Beschreiben ist. Es handelte sich um ein Rechteck, dessen süd-östliche Ecke als ob ausgebissen war. Aus der westlichen Seite ragte ein kleiner Rechteck hinaus. Südlich vom Hauptgebäude stand ein kleineres Steingebäude (wahrscheinlich ein Wirtschaftsgebäude), dessen Grundiss war regelmäßiges Rechteck. Nördlich auf dem anderen Wassergrabenufer stand ein enges hölzernes Gabäude (es steht auf einer parzellen Nummer 87). Am Hauptgebäude und an diesem hölzernem Objekte sind schematisch die Mühlräder gezeichnet. Hinter dem vom Dorf kommenden Weg steht ein kleines fast qaudratisches Haus vom Stein (Nummer der Parzelle 86), das wahrscheinlich auch für wirtschafliche Zwecke diente. Nach einer Information aus dem Jahre 1731 wissen wir, daß das Areal nich nur zum Mehlmahlen diente, sondern auch als eine Säge. Vielleicht diente das gelbgezeichnete Gebäude gerade zu diesem Zweck.

Die bis jetzt älteste Erwähnung der Mühle stammt aus dem Jahre 1588. Damals verkauften Adam und Caspar von Uttenhof (die Herren auf Kosslau) ihrem Onkel Heinrich d. Ä. von Uttenhof ihr Vemögen, dessen Bestandteil war auch „mleyn podewsy Kozlowem slowe ssmolka mleyn“ (Mühle unterhalb des Dorfes Kosslau, Schmolka Mühle genannt“). Im Namen der Mühle verbirgt sich wahrscheinlich der damalige Müller. Der Zuname Schmolka treffen wir in kosslauer Kirchenbüchern zum Jahr 1620 (Schmolkha von Pobitz) oder im 1630 in udritschen Kirchenbüchern (Barthl Schmolka, Schäfer von Ratiworz).

Im Jahre 1622 ließ der kosslauer Müller Thomas Burggraff mit seiner Ehefrau Catharina einen Sohn vom Namen Joseph taufen. Die weitere Erwähnung der Mühle kommt im Jahre 1651. Aus dem Untertanen-Verzeichnis, das in diesem Jahre entstand, folgt, daß der kosslauer Müller irgendein Mathes Frantzen war. In dieser Zeit war er 36 alt und er ist als „Nichtuntertane“ erwähnt. Im Verzeichnis treffen wir auch sein Eheweib Maria (32 Jhr.) und vier Kinder – Anna, Margaretha, Mathes und Georg im Alter von 7 bis 2 Jahre.

Im Februar 1672 treffen wir hier schon die Müllersfamilie Ludwig. Müller Andreas Ludwig (†1702) und seine Ehegattin Maria ließen am 22. September ihren Sohn Johann taufen. Im 1674 ist der andere Sohn Georg geboren, der aber kurz danach starb. Im Jahre 1676 erschien sich in der Mühle zeitweilig ein anderer berühmter Müllersname. Dem Johann Rathka und seiner Ehefrau ist ein Sohn Adam geboren. Die Erwähnung über Johann kennen wir auch aus dem Jahre 1679 und in demselben Jahr treffen wir in der Mühle Margaretha Rathkin – „goßlauer müllerin“. Im 1682 war aber Johann schon zurück in seiner Ratka-Mühle tätig.

Es ist möglich, daß in diesen Zeiten Andreas Ludwig und Maria lebten und arbeiteten in einer anderen und für uns bisher unbekannten Lokalität. Das kosslauer Geburtsbuch kennt nämlich keine Kinder, die wir aus späteren Quellen kennen. Irgendeinmal nach 1674 ist der Sohn Adam, der nachmalige kosslauer Müller geboren, und vor dem Jahre 1684 sind noch Andreas (im Mai 1709 gestorbener Schneidergeselle), Polixena (im 1705 verheiratet an Matheus Rattka) und Jakob (†1755 in Kosslau) geboren. Der kosslauer Müller Andreas Ludwig starb im Dezember 1702, sieben Monate nach seinem Eheweib. Sein ältester Sohn Johann wurde der Wirt und gründete einen Familienzweig, von denem mehrere Generationen der kosslauer Wirte entstanden. Die Mühle trat sein jüngerer Bruder Adam an. Er heiratete im November 1703 Sußanna, eine Tochter des Barthl Öhmb von Teltsch (†1715). Seine andere Ehefrau, Maria, kennen wir gar nicht (wir wissen aber auch gar Nichts über dem Tode der Susanna). Als im Oktober 1717 als Frantz Joseph getaufter Sohn geboren ist, erwähnte das Geburtsbuch den Namen seiner Mutter nicht. Der andere Sohn, Johann Melchior ist im Juni 1723 nach den Geburten und Toden der drei weiteren Kinder geboren. Dieses Mal wissen wir, daß die Mutter Maria genannt wurde. Aber die Kirchenbücher sind karg an weitere Angaben über sie. Als sie am 17. September 1757 starb, ist ihr Alter sogar nicht angegeben.

Ganz unbekannt sind heute die Gründe, warum der kosslauer Gutbesitzer Franz Ferdinand von Pickhart seine Mühle am 24. April 1731 an dem dort wirtschafteten Müller Adam Ludwig verkauft. Aus dem Kaufbrief wissen wir, daß die Mühle komplett mit allen Zinsen und Verpflichtungen verkauft wurde. Bei dieser Gelengenheit erfahren wir auch, daß die Mühle nicht nur als eine Mehlmühle, sondern auch als eine Säge ausgenutzt wurde. Adam sollte seiner Obrigkeit den Preis von 600 fl. zahlen. Im Jahre 1731 zahlte aber nur 60 fl., die Restsumme zahlte er regelmäßig (2x im Jahre am St. Georg- und St. Gallen Tag je nach 15 fl.) an. Der kosslauer Grundbuch bestätigt, daß er ein geordneter Schuldner war und alle seine Abzahlungen verliefen ordentlich in festgesetzten Terminen bis zum Jahr 1748, wenn die Mühle endlich zurückgezahlt wurde.

Adam Ludwig starb am 16. November 1757, als er seine Ehegattin nur um zwei Monate überlebte. Kurz vor seinem Tod ließ er am 19. September 1754 ins kosslauer Grundbuch ein Testament aufschreiben. Die Mühle sollte an seinen Sohn Melchior übergehen. Melchior hatte eine Pflicht seine Geschwister ausbezahlen. Der Anteil für seine Brüder (Anton, Joseph und Andreas) betrug 3 x 90 fl., für seine Schwestern (Maria Lisa Prokschin und Anna Catharina Ratkin) 2 x 70 fl. Die restlichen 100 fl. standen zur Verfügung für die zukünftigen Nachkommen. Dank dem Testament können wir die Kinder des Adams kennenlernen, dessen Geburt in kosslauer Kirchenbüchern nicht verzeichnet wurde. Sie sind irgendwo in einem anderen Pfarrsprengel geboren, wahrscheinlich nach dem Jahre 1723. Die meisten Kinder blieben beim Müllersgewerbe. Anna Catharina wurde mit Johann Ratka aus Ratkamühle verheiratet, Anton heiratete Juliana Götz, eine Tochter des Müllers von Teltsch, wo er nachfolgend in teltscher Mühle wirkte, Andreas heiratete Barbara Burgraffin, die Witwe nach einem Müller von Schlosser Mühle. Das Müllerwirken des Melchior und Joseph beschreiben wir nachfolgend. Nur die Tochter Maria Elisabeth verließ die Müllersumwelt und sie heiratete Balthasar Procksch, den Schmid in Zoboles.

Am Melchior blieb die Pflicht seine Geschwister auszubezahlen. Jedoch Melchior übernahm nach dem Vaters Tode die kosslauer Mühle nicht und verließ Kosslau. Weiter wirkte er als Müller in Buda, wo er im 1770 Katharina, die Witwe nach dem Müller Anton Bößner, heiratete. Ihr verstorbener Ehemann war ein Sohn der Maria Catharina Funck, die wieder eine Stieftochter des Johann Ludwigs, kosslauer Wirt, war. Es scheint sich ein Verwandschaftsverhältnis zu sein, das am Ende die Situation in der kosslauer Mühle beeinflußte. Um 1777 ist ein Sohn Anton geboren, dessen Eltern waren gerade Melchior und Katharina. Melchior starb in Buda im Jahre 1805, sein Sohn Anton wirkte dann in der Rohra-Mühle, er kehrte sich also in den kosslauer Sprengel zurück.

Die kosslauer Mühle beendete also in Händen des Melchiors älteren Bruders (Frantz) Joseph. Er heiratete im relativ reifen Alter von 41 Jahren die erst 22-jährige Catharina Görtletin, die aus Oblath stammte (es handelt sich um ein kleines ca 8 km nördlich von Podersam liegendes Dorf). Die Trauung fand im November 1758 in der kosslauer Kirche statt. Das Paar hatte eine Tochter, die im September 1759 geboren ist. Ihr Leben dauerte nur vier Monate. Die zweitgeborene Tochter Barbara kam in die Welt kurz vor dem Ende 1760. Sie lebte zwar ihre Kindheit durch, sie starb aber an der Schwelle zum Erwachsenwerden im September 1778 im Alter von 18 Jahren. Das dritte Kind in der Müllersfamilie war ein im März 1763 geborener Sohn Johann Georg. Wir haben leider keine andere Nachricht von ihm. Es fehlen leider auch die Informationen über der Geburt der Schlüsselperson – Joseph Anton Ludwig. Er ist wahrscheinlich im Jahr 1764/5 geboren und in Zukunft wird er ein neuer kosslauer Müller. Auch er mußte außer kosslauer Sprengel geboren sein. Der letzte bekannte Nachkomme war der Sohn Johann Mauritius Wenzl, der am Anfang Oktober 1766 starb nach elf Lebenstage. Die Müllerin Katharina starb 34 Jahre alt im August 1770. Zum zweiten Mal heiratete Joseph im Oktober 1776 Ewa Susanna Scherbaumin (*1736), eine Tochter des seligen Gastwirtes aus Luditz No. 138.

Nach einer längeren Zeit erschienen sich in Kirchenbüchern der Müller Joseph Anton Ludwig und seine Gattin Anna Maria (geb. Senft) aus der Stadt Neumarkt (Úterý). Ihre Trauung fand im Wohnsitz der Braut im Oktober 1800 statt. Der Ortspfarrer machte unbewußt im Trauungseintrag einen Fehler, wenn die Bräutigams Stiefmutter Ewa Susanna als Mutter einschrieb. Die Eheleute brachten in die Welt im Jahre 1802 einen Sohn Namens Joseph und im April 1804 eine Tochter Katharina. Ihr älterer Bruder starb aber ein Monat nach ihrer Geburt. Die Mühle hatte seit dem Ende des Jahres 1770 neue Bezeichnung – die Hausnummer 41. Diese Nummer war im 1770 die letzte, die in Kosslau benutzt wurde. Nummer 41 wurde im Jahre 1805 auf No. 56 verändert. Wieder handelte es sich um die damals letzte Nummer im Dorf.

Das weitere Müllerskind war ein im Oktober 1806 geborener Sohn, der als Franz Karl getauft wurde. Sein Taufpate war der kosslauer Schneider Karl Burggraf mit seiner Ehefrau Catharina. Im April 1808 starb die Müllers Stiefmutter Ewa Susanna im Alter von 72 Jahre an Geschwulst. Die Müllersfamilie ist im April nächstes Jahres um die Tochter Johanna angewachsen, die aber schon im Oktober 1810 starb, und um die Tochter Barbara. Die jüngste Tochter Maria Anna ist im Juni 1814 geboren.

Joseph Anton Ludwig starb an Lungensucht am 3. Februar 1824 im Alter von 61 Jahre. Zwei Jahre nach seinem Tod ist seiner Tochter Katharina ein unehelicher Sohn Ignaz geboren, der nur 12 Tage lebte. Die Müllerswitwe Maria Anna erreichte das Alter von 65 Jahre und starb in der Mühle am 4. März 1846. Die Tochtern des Joseph Anton heirateten außerhalbs Kosslaus. Katharina wurde im 1832 eine Ehegattin des Joseph Riedls. Er war ein Sohn des kosslauer Hegers Johann Riedel aus Kosslau No. 5. Mit ihm ging sie nach Olitzhaus ab, wo Joseph Riedl als Revierjäger wirkte. Barbara heiratete im 1839 Hermann Göhl, einen Weber von Neumarkt. Die letzte Tochter Anna heiratete im 1842 Joseph Leiner, einen Bürger von Schönfeld.

Die Mühle gehörte dann dem Sohn des verstorbenen Joseph Anton, dem Franz Ludwig (*1806). Er heiratete Franziska geb. Fischbach (*1820) von Mühldorf (Herrschaft Gieshübel). Im Jahre 1844 ist ihre Tochter Maria geboren, im 1845 eine andere Tochter Nothburga und im 1846 die letzte Tochter Sophia. Der erstgeborene Sohn Josef wurde im Jahre 1848 geboren, er starb aber am sechsten Tag nach seiner Geburt. Die letzte Tochter Franziska ist im 1852 geboren. Der Taufpate für alle Kinder war Joseph Ludwig aus Rohramühle, ein Enkel des oben erwähnten Melchior Ludwigs (†1805).

Am Geburtstage der letzten Tochter Franziska (25. Januar) ist noch ihr Vater Franz Ludwig als Müllermeister in Kosslau No. 56 erwähnt. Um fünf Monate später erfahren wir aber, daß am 16. Juni 1852 in der Mühle eine Anna geboren ist, deren Vater Karl Braun als Müller aus Kosslau angeführt ist. Während diesen fünf Monaten änderte also die Mühle ihren Besitzer. Die zur Änderung führenden Gründe kennen wir nicht, vielleicht konnte eine bestimmte Rolle ein Mangel der männlichen Erben oder der Gesundheitsstand des Müllers spielen. In jedem Fall endete im Jahre 1852 die Ära der berühmtesten kosslauer Müllersfamilie, die minimall 180 Jahre dauerte. Franz Karl Ludwig ging von Kosslau weg. Er starb in Neumarkt, woher die Familie seiner Mutter stammte, am 23. November 1862 im Alter von 56 Jahren. Seine Nachkommen lebten für alle Zeiten außer Kosslau. Einen Familiengipfel representiert diese Familie in der Person des pilsner Landeskindes Prof. Peter Grünberg (*1939). Dieser Urenkel der Nothburga Ludwig (*1845) wurde im Jahre 2007 ein Träger des Nobelpreises für Physik.

Der neue kosslauer Müller Karl Braun stammte auch aus einer alten Müllersfamilie. Sein Vater wirkte in der Hammermühle (Peschkowitz). Als er in die kosslauer Mühle kam, war er 36 Jahre alt (*2. 1. 1816) und er hatte die schon vier Kinder Theresie, Josepha, Franz und Karl, die alle außer kosslauer Sprengel geboren waren. Im Jahre 1853 ist in seiner neuen Wirkungsstätte noch eine Tochter Anna geboren und sechs Jahre nach seiner Ankunft in die Mühle ist im Jahre 1858 sein erster Enkel geboren. Es handelte sich um einen unehelichen Sohn seiner Tochter Theresia Braun. Das Neugeborene lebte aber nur sechs Tage. Das andere uneheliche Kind der Theresia ist im Jahre 1863 geboren, in die Welt kam ihre Tochter Josepha. Diesmal aber war der Vater bekannt. Als Vater erklärte sich Johann Redlich, der Müller von Duppamühle bei Lachowitz, der der Sohn des dortigen Müllers Leopold Redlich war.

Es scheint sich, daß die Müllers Braun Tochtern mit damaligen Moralstandards ein wenig auseinenadergingen. Die andere Müllerstochter Josepha gebar ihre erste Tochter Theresia in Schwinau im Jahre 1860 auch als ein uneheliches Kind, ohne seinen Vater anzugeben. Dieselbe Situation wiederholte sich im Jahre 1863, wenn ihr Sohn Josef in der kosslauer Mühle geboren ist, der aber acht Tage nach der Geburt starb. Josefa Braun heiratete später (im Januar 1864) den theusinger Schuhmacher Stefan Roeska und aus der Mühle zog sie weg. Ihre Schwester Theresia und Johann Redlich lebten weiter in der Mühle mit Eltern und im Jahre 1865 ist ihr Sohn Johann Nepomuk geboren.

Spätestens im Jahre 1867 geschah eine weitere Änderung und die Mühle wurde Besitz des neuen Müllers Johann Kunz, der von Goschowitz stammte, wo sein Vater im Haus No. 20 als Bauer wirkte. Müller Kunz ist im Jahre 1819 geboren und in der Zeit, wann er die Mühle kaufte, war er schon 48 Jahre alt. Seine Ehegattin (geb. Klupp) stammte von Uitwa No. 129. Ihr gerade geborener Sohn Karl starb in der kossaluer Mühle am 4. Oktober 1867, zwei Wochen nach seiner Geburt. Im Jahre 1878 starb in der Mühle irgendein Johann Huss, der hier als ein Diener arbeitete. Wir wissen nicht, bis wann Johann als Müller wirkte und wann die Mühle Franz Kunz (wahrscheinlich sein Sohn) übernahm. Franz hatte eine Ehegattin Marie Boltz (manchmal auch „Polz“ erwähnt), die von Olitzhaus No. 4 stammte. Auf die Nachkommenen neuer Familie wartete die Mühle vergeblich. Am Ende des Jahres 1883 ist zwar in die Müllersfamilie eine Tochter Amalia geboren, sie starb jedoch am 1. Januar 1884. Dem Ehepaar ist im März 1885 ein Sohn Julius geboren, der aber um zwei Jahre später im Mai 1887 starb. Nur einige Tage nach ihm starb sein jüngerer Bruder Rudolf, der nicht ein ganzer Monat lebte. Ein Fluch der Kindertode verfolgte die Müllersfamilie auch weiterhin. Am Ende des Maies 1888 geborener Sohn Franz starb am 3. Juni nach 19 Tagen seines Lebens und die Situation wiederholte sich auch um ein Jahr später, wann am 3. Juli ein zweimonatlicher Söhnchen Alois starb. Im Jahre 1892 starb die Tochter Ewa gleich nach der Geburt. Am 3. Januar starb der alte Müller Johann Kunz im Alter von 75 Jahre an „Marasmus“. Es scheint sich, daß in dieser Zeit in der Mühle auch einige Verwandten der Müllerin Maria arbeiteten. Wir treffen uns z.B. mit einem Dienstmagd Theresia Polz von Olitzhaus. Es starb hier ihr im Januar 1896 ein kleiner Sohn im Alter von 10 Monate. Die Kindermortalität war wirklich eine Geißel der Mühle, die nicht enden sollte. Im Juli 1900 starb eine weitere Müllerstochter Maria, nicht ganz vier Monate alt. Von dieser Zeit, die wir jetzt beschreiben, stehen uns zur Verfügung keine Trauungs- und Geburtsbücher mehr. Bis zum Jahr 1917 disponieren wir nur über ein Todesbuch. Davon können wir deduzieren, daß in der Mühle auch die Mutter der Müllerin Franziska Polz (geb. Würkner – sie stammte von Ratiworz), eine Witwe nach Franz Polz, lebte. Sie starb in der Mühle am 13. November 1903 im Alter von 67 Jahre. Außer der Kindermortalität betraf den Müller Kunz noch eine Katastrophe. Die Mühle im Jahre 1898 verbrannte auf den Boden, sie war aber schnell erneuert. Wegen dem Brand wohnte die Müllersfamilie provisorisch im Haus No. 2 im Schlossareal, wo im Jahre 1898 ein Sohn Heinrich geboren ist und kurz danach starb. Das Todesbuch aber deutet uns an, daß minimall ein Kind seine Geburt und Kindheit überlebte – Tochter Paulina. Ihr kleiner Sohn Karl Kunz (Paulina war nicht verheiratet) starb in der Mühle am 26. Juni 1904 im Alter von 26 Tage. Über die Paulinas Geburt haben wir kein Bewusstsein. Nach der Sterbedaten ihrer Geschwister können wir deduzieren, daß sie entweder vor dem Jahre 1883 (dann konnte sie das erste Kind, oder eine von ersten Kindern sein), oder spätesten im Jahre 1886 geboren war. Das Todesbuch endet im Jahre 1916, aber wir finden keine Einträge über die kosslauer Mühle nach dem Jahre 1904 mehr.

Der letzte Mühlebesitzer war Alois Wufka, der von Martitz stammte. Er kaufte die angeblich genug venachlässigte Mühle irgendwann nach dem 1. Weltkrieg und war sein letzter Besitzer bis zum Jahre 1946, wann er mit seiner Familie vertrieben wurde.

Nach dem Kriegsende und nach der Vetreibung der deutschsprachigen Bevölkerung betraf die Mühle das gleiche Schicksal, als alle anderen Mühlen im Sprengel und in der breiteren Umgebung. Die Luftaufnahme aus dem Jahre 1952 zeigt uns das holzerne Gebäude nicht mehr (wir sehen nur einen Grundriß). Auch das kleine Wirtschaftsgebäude hinter dem Weg steht nich mehr. Die größeren Gebäude noch stehen, aber wir wissen nach einem Zeugniss, daß das Haupgebäude schon im Jahre 1946 die Bedachung schon teilweise abgerissen hatte.

            Gleich nach der Vetreibung wurde die kosslauer Mühle eine Zielscheibe der Schatzgräber und wurde gleich im Jahre 1946 ausgeraubt. Das verödete und verlassene Objekt wurde nach dem Jahre 1960 so gründlich planiert, daß heute nach ihm im Terrain keine Überreste übrig blieben. Nur die unmerkliche Ruine des kleinesten Wirtschaftsgebäude hinter dem Weg lassen uns ahnen, wo die Mühle eigentlich stand.